Auswärtsspiel in Göttingen

Es gibt diese Tage, da passt einfach alles oder zumindest so gut wie alles. Kleine Schwierigkeiten können einen dann nicht aus der Bahn werfen. So war das für uns am 08. März auch. Gegen zwölf Uhr machte sich eine neunköpfige Gruppe bei herrlichstem Sonnenschein auf Richtung Göttingen. Dreieinhalb Stunden Fahrzeit waren eingeplant. Die effektive Reisezeit drohte jedoch schon nach einigen Kilometern deutlich länger zu werden. Auf der Stadtautobahn entgingen wir gerade so einer Vollsperrung. Die sechs Autos, die ineinander gekracht waren, hatten wesentlich weniger Glück. Nach Verlassen der Stadtgrenze ging es dafür recht zügig voran. So erreichten wir die Arena der Studentenstadt pünktlich zur Hallenöffnung. Die Arena an sich hat zwar den Charme einer besseren Schulsporthalle, ist für die Göttinger jedoch wie geschaffen. Klarer Pluspunkt: Hinter beiden Korbanlagen befinden sich ausschließlich Stehtribünen: Wer jedoch denkt, dass diese nur von alt eingesotten Basketball-Fans bevölkert wurde, irrte sich gewaltig. Nicht nur, dass es keine wirkliche Trennung zwischen Gäste- und Heimfans gab, direkt vor uns hüpfte das sonstige Klientel der Halle: eine 20-köpfige Grundschulklasse.

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Allen Hindernissen zum Trotz versuchten wir unser Team so gut es ging zu unterstützen. Die große Zerstreutheit im Block hatte jedoch einen gewissen Einfluss auf die gemeinsame Kommunikation. Dazu muss man zugeben, dass der Göttinger Fanblock für eine tolle Stimmung sorgt. Nehmen sich die Veilchen auf dem Parkett daran ein Beispiel, steht schnell die ganze Halle Kopf. Was die Partie anging, hatten die Göttinger auch lange Zeit jeden Grund zum Jubeln. Sie hielten nicht nur, dass ganze Spiel lang mit, sondern wähnten sich gut drei Minuten vor Schluss sogar schon auf Siegerstraße. Aber wie bei David Godbolds sagenhaften In-and-Out-Dreipunktwurf kurz vor Schluss freuten sich die Niedersachsen zu früh. Niels Giffey bewies in den letzten Minuten eindrucksvoll, wofür Alba ihn im Sommer verpflichtet hat: harte Defense und vor allem sein exzellenter Dreipunktwurf. Innerhalb von nicht mal zwei Minuten streute unsere Nummer Fünf drei Würfe von Downtown ein ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Wie er nach dem Spiel selbst sagte, er „war einfach heiß“. Lange Rede, kurzer Sinn angeführt von Giffey drehte Alba das Spiel noch und bleibt damit weiterhin im Kampf um die beste Ausgangslage für die Playoffs. Die Rückfahrt verlief ebenso so schnell wie vorfallslos. Kurz nach elf waren wir wieder in der Muddastadt. Es gibt eben diese Tage da passt einfach alles: Fahrt, Stimmung und vor allem das Ergebnis.

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